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Allgemeine Informationen:
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Wie sich Kunst bewerten läßt
Bewertung von Kunst allein aufgrund biografischer Materialfülle?
Eintragungen in Künstlerverzeichnisse versus Verkaufspreise
Ein Kunde besitzt ein Gemälde eines amerikanischen Künstlers. Vor einiger Zeit suchte er in einem Verzeichnis amerikanischer Künstler nach dessen Namen und fand einiges an Informationen. Daraufhin brachte er das Gemälde zu einem Kunsthändler, der ihm sagte, dass das Gemälde nur einige hundert Dollar wert sei. Aufgrund der Eintragungen im Künstlerverzeichnis war der Kunde jedoch davon ausgegangen, dass es weitaus mehr wert sein sollte. Welcher Preis ergibt sich aber?
Nun, man darf die Eintragungen in Verzeichnissen und Künstlerlistungen nicht als Garantie für hohe Verkaufspreise interpretieren. Viele Eintragungen und lange Artikel bedeuten nicht immer auf Spitzenpreise hin. Wenige Eintragungen deuten aber auch nicht immer auf einen geringen Verkaufswert hin. Letztlich ergibt sich der Verkaufswert aus Angebot und Nachfrage bei Händlern und Sammlern oder aus dem aktuellen Stand des Kunstmarktes. Wie viel Information man schließlich über einen Künstler in biografischen Referenzwerken finden kann, spielt dabei also keine Rolle.
Es könnte verallgemeinernd zwar gesagt werden, dass je mehr über einen Künstler geschrieben wird, desto mehr seine Kunst auch an Wert hat. Aber die beiden Faktoren sind zu unabhängig voneinander und es gibt zu viele Ausnahmen von dieser Regel, als dass man dies wirklich so stehen lassen könnte. In Nachschlagewerken hängt die Länge der Eintragungen, die es über einen Künstler gibt, oft davon ab, wieviele Informationen über seine Karriere erhältlich sind. Falls die Nachkommen eines nicht so bekannten Künstlers einem Autor ein ausführliches Interview geben, ist dieser in der Lage, einen ausführlichen Bericht über den Künstler anzufertigen. Trotz seines geringen Bekanntheitsgrades und seiner unwesentlichen Stellung auf dem Markt, sind seine Errungenschaften detailgetreu dokumentiert.
Ähnlich verhält es sich wenn Galerien Bücher oder Ausstellungskataloge über einen Künstler zusammenstellen, den sie vertreten. Viel geschriebenes Material bedeutet nicht gezwungenermaßen hohe Marktpreise. Denn solche Publikationen entstehen nicht, weil der jeweilige Künstler so berühmt oder weil seine Kunst so bedeutsam ist, sondern eher weil sich mit ihnen bessere Verkäufe machen lassen. So mag die vorhandene Materialfülle beeindruckend sein, aber die Kunstwerke an sich mögen außerhalb des Einflussbereichs der Galerie, die den Künstler repräsentiert, nicht mehr viel Wert sein. Galerien publizieren regelmäßig Bücher und Kataloge, um für Sammler attraktiver zu erscheinen.
Was Ihre besondere Situation angeht, so muss gesagt werden, dass das Nachschlagewerk für kalifornische Künstler, dass Sie benutzten, von einem Wissenschaftler und nicht von einem Kunsthändler geschrieben wurde. Dem Autor waren beim Recherchieren und Schreiben seines Buches Marktstellung und Verkaufspreise nicht so wichtig. Seine Arbeit war es eher, bibliografische Informationen zusammenzustellen, Künstler zu beschreiben, Kunstrichtungen zu dokumentieren und eine zusammenhängende Kunstgeschichte für den Staat Kalifornien zu schreiben.
Benutzen Sie eher Nachschlagewerke für Auktionsresultate, Preisführer, Online-Datenbanken, oder wenden Sie sich an Kunsthändler und Gutachter, wenn sie Preise recherchieren wollen. Benutzen Sie akademische Referenzarbeiten dann, wenn Sie biografische Daten suchen, oder wenn Sie etwas darüber erfahren wollen, was ein Künstler in seiner Karriere alles erreicht hat. Rückschlüsse von dem einen Bereich auf den anderen zu ziehen, entspricht weitgehend einem Vergleich von Äpfeln mit Birnen.
Zeitgenössische Kunst ist oft schwer wieder zu verkaufen
Mit Geduld zum Ziel
Frage: Vor ungefähr fünfzehn Jahren kaufte ich mir eine kleine Skulptur von einer zeitgenössischen Künstlerin, als sie gerade ihre Karriere begann. Damals zahlte ich ungefähr 100 Dollar dafür. Ähnliche Stücke werden heutzutage in Galerien für 1.000 bis 1.500 Dollar verkauft. Kann ich meine Statue für einen ähnlichen Preis verkaufen? Wo wäre der beste Ort, um sie zu verkaufen? Ich habe schon ein paar Auktionshäuser angerufen, aber die zeigten kein Interesse.
Antwort: Solange der Künstler nicht berühmt ist, die Nachfrage nach seinen Werken gering ist oder das Angebot hoch ist, liegen die Wiederverkaufspreise normalerweise ein ganzes Stück unter dem Galerieverkaufspreis. Gründe hierfür sind, dass der Künstler noch am Leben ist und noch immer Kunstwerke schafft, und dass somit die Galerien, die dessen Werke ausstellen, so viele Stücke haben können, wie sie wollen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Eine Reihe von Galerien nehmen mindestens 40 % Kommission pro verkauftem Werk. Das würde Ihnen einen realen Verkaufspreis von 900 Dollar geben (gesetzt den Fall das Werk hat einen Wert von 1500 Dollar, und die Galerie nimmt genau 40 % Kommission).
Ein anderer Faktor, der Preise von zeitgenössischen Kunstwerken schmälert, insbesondere wenn der jeweilige Künstler sich gerade am Höhepunkt seiner Karriere befindet, ist die Tatsache, dass Sammler oft dazu tendieren, lieber die allerneuesten Stücke des Künstlers zu erwerben, anstatt sich mit etwas älterem zufriedenzugeben. Zumeist bevorzugen sie auch den direkten Kontakt mit dem Künstler oder seinem direkten Händler und kaufen nur ungern von anderen Sammlern, die ein Werk schon vor längerer Zeit gekauft haben. Oft hat das Sammeln von zeitgenössischer Kunst auch gesellschaftliche Hintergründe: wer die Künstlerszene durch seine Sammlung unterstützt, erhält somit auch Zugang zu dieser.
Die einzige Möglichkeit, seine Kunstwerke für Sammler attraktiv zu machen, ist sie unter Preis anzubieten. In Ihrem Fall wären 500 Dollar wahrscheinlich eine gute Verhandlungsbasis. Wenn Sie das Stück wirklich mögen, das Geld nicht wirklich benötigen und es Sie es nur hätten verkaufen wollen, wenn Sie einen Spitzenpreis erzielt hätten, dann behalten Sie es einfach. Die Prognosen für den Künstler sind gut. Falls er weiterhin Werke auf den Markt bringt, diese sich gut verkaufen lassen, und er an Popularität gewinnt, werden frühe Werke, so wie das Ihre, die gesuchtesten und wertvollsten sein.
Wie geht man nun am besten vor, und ist der richtige Weg der Verkauf durch den Kunsthandel?
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